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Johann Carol Klotz (1709-1769)
Johann Carol Klotz (Johan Carl, Karl, Khlotz, Kloz) wurde am 29. Januar 1709 in Mittenwald geboren. Er war der jüngste Sohn des Matthias Klotz und seiner zweiten Ehefrau Ursula, geb. Schlaucher, verw. Schändl. Sein Taufpate war der Lauten- und Geigenmacher Andreas Jais (16851753), ein ehemaliger Schüler seines Vaters. Johann Carol Klotz starb am 25. Mai 1769 in Mittenwald.
Ausbildung, Familie und Selbständigkeit
Johann Carol Klotz erlernte den Lauten- und Geigenbau vermutlich bei seinem Vater und/oder seinem älteren Halbbruder Sebastian I. Klotz. Bei der Teilung des Elternhauses in der Mittenwalder Herrengasse, die auf Initiative des Vaters Matthias Klotz 1736 vorgenommen wurde, erhielt Johann Carol eine Hälfte zugesprochen. Später bewohnte er ein halbes Haus am Untermarkt (am Gemeinen Weg), das von Thomas Nebel herrührte.
Sein Eintritt in die Selbständigkeit ist mit der Heirat am 30. Mai 1735 mit Margaretha Knilling (gest. 8. April 1751) anzunehmen. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter die späteren Geigenmacher Wolfgang Ferdinand (1744nach 1786) und Michael (17491804).
Nach dem Tod der ersten Frau heiratete Johann Carol Klotz am 26. Februar 1753 die Maria Sailler (geb. 1705, gest. 12. Januar 1785); aus ihrer Ehe ging ein weiterer Sohn hervor.
Schüler
Philipp Sailer (Lehre um 17371742)
sein Sohn Wolfgang Ferdinand Klotz (1744nach 1786)
sein Sohn Michael Klotz (17491804)
Instrumente und Einordnung
Von Johann Carol Klotz sind nicht sehr viele Instrumente erhalten. Es ist schwer nachvollziehbar, wie groß der prägende Einfluß des Vaters darauf war; zweifellos war der ältere Halbbruder Sebastian sein Vorbild: Wölbungsverlauf und Randarbeit sind dessen Instrumenten sehr ähnlich, die Verwendung von Bodennägeln entsprechend. Jedoch reichen seine Instrumente in ihrer Eleganz nicht an die von Sebastian heran.
In der Gestaltung der Randeinlage weicht er von den anderen Familienmitgliedern ab: Im Mittelbügel zieht er die Einlage parallel zum Umriss weiter, so dass die Einlagenspitze nicht in die Mitte der Ecke weist.
Seine f-löcher haben charakteristisch runde Kugeln, die in einen breiten Schaft übergehen. Die obere und die untere f-Klappe sind gleich breit und zum Schaft hin steil abgeschlossen.
Seine späten Instrumente ab ca. 1755 haben keine Bodennägel mehr; die nun deutlich kleineren f-Löcher werden noch runder, die f-Klappen gehen nun rund in den Schaft über. Die Schnecken bleiben bei ihrem charakterisch runden Schneckenkopf, der jedoch etwas kleiner wird.
Einige Instrumente sind bei Hamma (1986) und Lütgendorff/Drescher (1990) aufgeführt.
Zettel
Von Johann Carol Klotz sind mehrere Zettel bekannt. Der häufigste ist folgender Druckzettel:
Ioan. Carol. Kloz, in
Mittenwald, An. 17
Handsatz-Druck in italienischen kursiven Antiqua-Lettern, 1. Zeile rechtsbündig, 2. Zeile linksbündig, mit Zierrand, bekannt mit Datierungen ab 1748.
Literatur
Baader 2/1936, 143. Beare 1980. Hamma 1986, 437443. Klinner 1983. Layer 1959. Lütgendorff 6/1922. Lütgendorff/Drescher 1990. Senn 1958.
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